Klein ist der Dackel, schwer ist der Beruf.
Ein deutscher Dackel hat es weiβ Gott nicht leicht im Leben. Zwar lebt er räumlich gesehen auf niedrigem Niveau, doch stellt er ethisch und beruflich die höchsten Ansprüche an sich selbst. Während seine zweibeinigen Rudelgefährten tun und lassen können was sie wollen (man denke nur an Kühlschranktür und Dosenöffner), trägt der Dackel ganz allein die Verantwortung für alles: ihm obliegt die Verwaltung des ganzen Tagesablaufs. Das heiβt, er muss seine Menschen jeden Morgen (besonders am Wochenende) rechtzeitig aus dem Bett holen, aufpassen, dass wesentliche Dinge wie Frühstücksfrolik, Gassi gehen, mit Frauchen kuscheln, Teddy und Häschen alle machen, Leckerchen fressen usw. in der korrekten Reihenfolge durchgeführt werden. Er ist auch allein dafür verantwortlich, dass alle rechtzeitig nach Hause kommen, sich an den richtigen Platz setzen und dass niemand aus der Rolle fällt. Gleichzeitig muss ein Dackel alle Ereignisse im Umfeld registrieren, melden und kommentieren, und dieser sind viele: ankommende Autos, Schritte nicht einzuordnender Zweibeiner, fremde Hunde, provokativ durch den garten laufende Dreckskatzen, freche Kaninchen, Eichhörnchen oder Vögel, sich nähernde Briefträger, Fahrradfahrer, Pizzaboten, die Liste ist endlos. Als ob das alles nicht genug wäre—die allerwichtigste Aufgabe des Dackels wurde noch gar nicht erwähnt: er muss sein Rudel vor den Bösen beschützen! Und die Bösen sind überall. Sie lungern auf den Straβen herum, sie stecken gefährliche Dinge in den Hausschlitz, tragen Taschen voller Mordinstrumente mit sich herum, geben ein tiefes, lautes Gebrumme von sich, hauen gegen die Tür oder verursachen schreckliche Klingelgeräusche und werden manchmal sogar noch von Herrchen oder Frauchen in die Wohnung gelassen!
Der Dackel weiβ, dass es ich nicht nur um eine Achse des Bösen, sondern um einen Ereignishorizont des Bösen handelt, den nur er wahrnehmen kann. So sehr er auch an seinen Zweibeinern hängt, sie sind immer zu naiv und leichtsinnig. Da gibt es nur ein Gegenmittel: das von allen gefürchtete, ohrenbetäubende, Schlag-dich-in-die-Flucht Gebell des Dackels. Wie oft hat jeder Dackel schon so sein Rudel gerettet—doch erdreisten sich Herrchen und Frauchen tatsächlich dazu, nach solch heldenhaftem Abwehrgebell mit ihm zu schimpfen! Wenn die wüβten! Natürlich bleibt dem Dackel keine andere Wahl als das ungerechte Schimpfen zu ignorieren und weiterhin unbeirrt seine Pflicht zu tun. Ohne den Groβmut des Dackels wären die riesigen zweibeinigen Tolpasche arm dran, und so schaut der Dackel jeden Abend zufrieden auf einen erfüllten Tag zurück und schläft genüsslich ein, sobald alle seine Zweibeiner auf dem richtigen Deckchen liegen.

Ӓhnlichkeiten mit reell existierenden Dackel(-damen namens Luzie)n sind vollkommen unbeabsichtigt und reiner Zufall.
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Dachshunds have it rough
A German dachshund has a hard life. Although he lives on a low level spatially, he abides by the highest ethical and professional standards. While his twolegged pack-companions can do whatever they please (just think of the door of the refrigerator and the can opener), the dachshund is the only one who is in charge of everything: he must manage the entire schedule of the day. That is, he must get his people out of bed in time (esp. on weekends), he must pay attention that all essential things like breakfast kernels, going for a walk, showing teddy and bunny who's the boss, cuddling with mom, etc. occur in the correct order.

He alone is responsible for expecting people to return home at the right time, for them to sit in the right spot, and for everyone to act predictably. At the same time, a dachshund must notice, announce and comment everything that happens in his surroundings, and that is a big job: arriving cars, steps by unknown humans, rotten cats that provocatively run through the yard, impetuous rabbits and squirrels, approaching mailmen, bicycle riders, pizza delivery people, the list goes on and on. As if that was not enough—the most important job has not even been mentioned: he must protect the pack from bad guys! And bad guys are everywhere. They hang around on the streets, stick dangerous stuff into the house-slot, carry bags filled with murder weapons, produce loud and deep growling noises, bang against the door or cause a horrible ringing sound, and are even invited inside sometimes by the twolegged pack members!
A dachshund knows that it is not an axis of evil out there but an event-horizon of evil that only he can perceive. As much as he loves his humans, they are always far too naïve or reckless. The only remedy rests with the dachshund: it is his much-feared, deafening, run-away-like-hell barking. Many many times the dachshund has saved his pack with his barking. But his people sometimes have the audacity to scold him after such heroic self-sacrifice. If they only knew! Naturally, the dachshund has no choice but to ignore the unjust scolding and to continue doing his duty unflinchingly. Without the dachshund's selfless and generous spirit, those giant clutzes would be in all kind of trouble. And thus, the dachshund curls up at night after a fulfilled day, satisfied to have done his duty, and falls asleep deliciously as soon as all his twoleggeds are lying on their blankies.

(Similarities to real-life dachshunds--esp. female ones named Luzie--are completely unintended and mere coincidence).
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