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Wieder bei Adam und Eva

Wie bitte? Adam und Eva? Ja, meine Freunde, ich mein's Ernst. Denn die Parabel von Adam und Eva illustriert eine der tiefsten Wahrheiten. Komischerweise läuft mir die Geschichte immer wieder aufs Neue über den Weg, als literarisches Urmotiv oder Sinnbild des existenziellen Dilemmas. Als Eva den Apfel vom "Baum der Erkenntnis" pflückte und davon abbiss, hat sie den ganzen Ärger der Menschheit auf uns geladen. Allerdings nicht, wie es wörtlich heiβt, wegen ihres "Ungehorsams" gegenüber Gott. Gott ist nicht der kleinliche Patriarch im Himmel einer kindlichen Religion. Gott ist unendlich, das universale Bewusstsein hinter allen Formen, die schöpferische Kraft in allem Sein und allem Leben. Nicht nur das, sondern Eva hat sogar—als Repräsentantin unserer Spezies auf einer evolutionären Stufe vor grob geschätzt 20000 Jahren--genau das getan, was Gott mit ihr vorhatte: den nächsten evolutionären Schritt um das Bewusstsein ihrer Selbst zu erlangen. Mit dem mythologischen Biss vom Apfel katapultierte sich die Menschheit aus der goldenen und glückselig versunkenen Existenz, die Pflanzen, Tiere und Kleinkinder bis heute noch genieβen, und tauschte das Glück der Unwissenheit ein gegen chronische Angst.

Sobald unsere Vorfahren sich ihrer selbst als Einzelwesen bewusst wurden, begann der ganze Schlamassel. Innerlich gespalten in Subjekt und Objekt leben wir in permanenter Schizophrenie:

Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust (alle Zitate aus Goethes Faust)

Wir sind sowohl das denkende Subjekt als auch der Inhalt unserer Gedanken. Überlegt euch mal den Satz: "Ich denke über mich selbst nach." Oder, wie Eckhart Tolle seine Depression beschrieb: Ich kann mich selbst nicht mehr ertragen! Also leben zwei verschiedene Instanzen in uns? Ein Ich und ein Selbst? Auf der einen Seite das denkende "Ich" und auf der anderen Seite ein "Mich"—das Objekt meines Denkens. Im Englischen verleiht schon das Wort "myself" dieser Dualität Ausdruck. Also gut, wer ist der Boss? Bin "Ich" der Besitzer des "Mich"? Oder eher der Sklave? Der Denker, das subjective "Ich" ist das Bewusstsein hinter jedem Sinneseindruck, jeder Erfahrung, jedem Gedanken. Das "Mich" auf der anderen Seite ist das Ego, ein Gedankengebilde, eine Abstraktion, eine illusorische Form, die das "Ich" konstruiert um sich mit der Auβenwelt in Beziehung zu setzen. Beim Ego handelt es sich um ein permanentes Projekt, es ist das Produkt unseres konstanten Bemühens, eine festumrissende, solide und permanente Identität zu schaffen, durch die wir unserer inneren Zerrissenheit, Unsicherheit und Angst vor dem Tod zu entgehen hoffen. 

Allerdings hat unsere innere Gespaltenheit auch viel Gutes gezeitigt: sie hat ein Feuer  angezündet und unsere Vorfahren dazu gebracht, die Schrift und die wissenschaftliche Methode zu erfinden, kurz gesagt, wir haben ihr unsere sich ständing fortentwickelnde Zivilisation zu verdanken. Da wir nicht mehr damit zufrieden sind, einfach und friedlich im Moment zu leben und uns der groβen Mysterie hinzugeben, sind wir ehrgeizig geworden und sind darauf fixiert, starke, sichere, kompetente und wetteifernde Egos zu konstruieren. Der Kapitalismus ist ein direktes Resultat davon, im positiven wie im negativen Sinn. Jedoch sind unsere Egos kleine Tyrannen.  Sie sollen uns vor all den anderen Egos da drauβen schützen, die genau dasselbe vorhaben wie wir, und so erschaffen wir eine Welt voller Gegner, Herausforderungen und Hindernisse, die wir überwinden müssen, damit wir "später" einmal glücklich und zufrieden sein können. Das Problem ist nur, es gibt in Wirklichkeit kein "später"—es gibt nur jetzt, und jetzt, und jetzt. Ja, das Ego bringt uns kurze Momente der Genugtuung, wenn wir Glück oder Erfolg haben und dafür belohnt werden. Nur sind diese Momente flüchtig, egal wie sehr wir uns auf sie fixieren, und hinterlassen keine tiefe Zufriedenheit. Es ist, als lebte man von aussen nach innen, immer auf der Suche nach einem bewundernden Publikum, das einem bestätigen soll, dass man jemand ist. Viele konstruieren auch ein Ego aus ihrem Leiden oder ihrer Opferrolle, wie schlecht es ihnen geht, wie unfair das Leben ist, wie übel ihnen mitgespielt wurde. Egal ob erfolgssüchtig oder leidend, das Ego ist und bleibt eine mentale Erfindung und ist die Wurzel von allem Hass und allen Problemen. Das einzig Reale an uns ist unser subjektives Bewusstsein, das "Ich." Das "Ich" in seiner Gegenwärtigkeit ist unsere tiefste Verbindung  zur Welt, zum Leben, zum universalen Bewusstsein.

Eckhart Tolle hat das "Ich" im Unterschied zum Ego gut veranschaulicht. Stell dir vor, du wachst irgendwo auf und hast totale Amnesie, d.h. du weisst nicht einmal mehr deinen Namen, wo du herkommst und hast keinerlei Erinnerungen an dein Leben. Was jetzt noch von dir übrigbleibt, dein Bewusstsein, deine wertfreien Eindruecke, das Erleben des in-der-Welt-Seins, das ist das eigentliche "Ich." Alles andere ist reine Abstraktion.

Früher oder später finden sich selbst die Erfolgreichsten unter uns mit dem faustischen Dilemma konfrontiert und dem scheinbar unerfüllbaren Wunsch, den gegenwärtigen Moment in seiner ganzen Fülle zu erleben:

Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!

All das hab' ich so ungefähr schon länger vermutet, spätestens seit meinem Aha-Erlebnis mit den französischen Existenzialisten in der Schule und ganz bestimmt durch Kafka, der mir seelenverwandt schien und in seinen Geschichten zeigte, wie absurd es ist, nach "offizieller" Bestätigung der eigenen Existenz zu streben. Und Kafka, wie auch die Existenzialisten, deutete hin auf eine Teillösung, auf eine Art kleineres Übel: da es keine objektive Wahrheit gibt, die unser Ego absegnen kann, findet sich die einzige Möglichkeit der Sinnerfüllung darin, authentisch zu leben! Das scheint auch zu fuktionieren, bis zu einem Punkt. Dem eigenen Kompass zu folgen ist nicht so einfach, man begibt sich auf Umwege, man macht Fehler und muss ohne die behäbige Unbescholtenheit eines konventionelleren Lebens auskommen. Dafür gewinnt man aber an innerer Selbstgewissheit, man hat weniger Angst vor dem Unbekannten, entwickelt seine Instinkte und Intuition und man läβt sich auch nicht mehr so schnell verarschen.

Damit hat es sich wohl, dachte ich so circa die letzten zehn Jahre lang, was Besseres haben all die vielen Bücher nicht zu bieten. Ich fühlte mich ein bisschen wie Faust in seinem Arbeitszimmer, überdrüssig all seines gesammelten Wissens und dachte es gäbe nichts Neues mehr unter der Sonne. Trotzdem, irgendwo ganz tief im Innern spürte ich, dass ich da etwas übersehen hatte.

Auf die Bühne tritt……Osho, und dann Eckhart Tolle. Gleichzeitig auch Quantenmechanik und wieder mal Einstein. Und wen haben die alle im Schlepptau? Sokrates, Buddha, Jesus, Plutarch, Mohammed, Meister Eckhart, Krishna, Lao-Tzu und all die Yogis deren Namen ich mir nicht merken kann. Einige auf der Liste waren mir schon öfter begegnet, aber wie überrascht war ich zu lernen, dass sich bei allen die gleiche Botschaft findet. Ja, Jesus und Buddha hatten die gleiche Botschaft, und alle anderen Erleuchteten auch. Nur ihre Anhänger, Jünger, Mönche, wie auch immer, waren nicht erleuchtet und haben die Botschaft der universalen Harmonie in entzweiende und hasserfüllte Dogmata verwandelt, nach dem Motto "unser Gott ist besser als euer Gott."

Also, Butter bei die Fische. Was soll denn das für eine Botschaft sein? Was können diese alten Weisen denn überhaupt gemeinsam haben? Gehen wir wieder zurück zu Adam und Eva:

Die Botschaft ist, das "Ich" in unserem Inneren wieder aufzudecken. Den Fokus auf Bewusstsein und Achtsamkeit zu steuern. Wahrzunehmen. Im jetzigen Moment zu leben. Sich nicht länger mit dem Ego zu identifizieren, den Bann der permanent vor sich hin plappernden Gedanken zu brechen, die uns Angst, Sorge, Probleme, Feinde, und die Illusion der Zukunft einreden. Einfache Lebensfreude. Zu akzeptieren, was ist. Sich dem herzzerreissend schönen Mysterium der Welt zu ergeben. Das Wunder alles Seins direkt zu erfahren anstatt die Dinge intellektuell zu sezieren und alles immer sofort zu  beurteilen. Sich der Perfektion eines Baumes, einer Blume, eines Grashalms, vom Licht, das durch den Raum strömt, zu erfreuen. Immer anders, immer neu, in ständiger Veränderung begriffen, alles Teil des Ganzen. Eine Suppe der Quantenmöglichkeiten, die sich durch das Bewusstsein in immer wechselnden Formen manifestiert. Sei der Ozean, nicht die Wellen. Sei der Himmel, nicht die Wolken. Fühle die innere Weite, wie sich der unendliche Raum des Universum in der Leere deiner Moleküle wiederfindet. Sei wie ein hohles Bambusrohr, öffne dich und werde zur Flöte für das Lied des Universums.  

Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem andren wirkt und lebt!

Und zu erkennen, was die Welt,
Im Innersten zusammenhält.

Oder, wie Osho die Wahl seines Namens beschrieben hat:
… wie das Rauschen des Windes in den Bäumen, das Branden der Wellen am Strand, der Klang deines eigenen Herzschlags.

Unser geliebter Oberguru hatte übrigens das Folgende zum Thema Adam und Eva zu sagen:

http://www.youtube.com/watch?v=Y8gtLtaNTwo

(leider nur auf Englisch, ein klein wenig Geduld ist noetig, aber jeder Satz ist wie eine Perle)
Übrigens gibt es alle 1000 Bücher von Osho auch auf Deutsch und die sind alle so poetisch wie genial.

Hier die links zu dem im Moment ungeheuer einflussreichen Eckhart Tolle, auch ein ganz groβer Meister, vielleicht der deutschen Mentalitaet eher zugänglich:

http://eckharttolle.de/

Eckharts englische Seite hat allerdings viel mehr Videomaterial:

www.eckharttolle.com

 

Back to Adam and Eve

Seriously? Adam and Eve? Yes, my friends, I mean it, because the parable of Adam and Eve illustrates one of the deepest truths about the human condition. I keep stumbling upon it, as a literary archetype or in philosophy, depicting the existential dilemma. When Eve plucked the apple from the "tree of knowledge" and took a bite, she started all the trouble, albeit not, as the story literally goes, for "disobeying" God. God is not exactly the small-minded patriarch in the sky of a childish religion. God is infinite, the universal consciousness behind all forms, the creative force inherent in all being and all life. In fact, "Eve"—as the representative of our species at a stage in evolutionary history perhaps 20000 years ago (don't quote me on that)--was doing exactly what God meant her to do: to take the next evolutionary step and gain self-consciousness. By taking the apple, humankind catapulted itself out of the blissfully immersed existence still enjoyed to this day by plants, animals and small children. In the bargain, we traded the bliss of ignorance for chronic anxiety.

As soon as our ancestors became aware of themselves as beings separate from the whole, we were thrown into inner and outer turmoil. Internally divided by the subject/object split in our consciousness, we must deal with the schizophrenic state of having two of us inside ourselves at the same time.

Two souls, alas, are dwelling in my breast! (all quotes from Goethe's Faust)

We are the thinker as well as the object of our thinking. Just consider the sentence "I am thinking about my-self" or "I feel terrible about my-self." So there's an "I" and a "myself" at the same time? Eckhart Tolle described this best, when, after a miserable bout of depression, he became aware of his thought: "I can't live with myself any longer." The "I" is doing the actual thinking, so who is the "my-self"? Are there two of me? Even just the word "my-self" expresses a duality. So "I" possess a "self," is it separate, is it mine? Or does the self possess me?  The thinker, the subjective "I" is the consciousness, the awareness behind every experience, while the self, the ego, is an abstraction, an illusory form that the "I" constructs in relating to the world. The ego is our attempt at creating a fixed entity, a solid and permanent identity to help alleviate the feeling of inner fragmentation, insecurity, fear of death.

To look on the bright side, humanity's internal dividedness has also resulted in many good things: it lit the fire that made our ancestors invent writing and the scientific method and has brought us a progressively humane civilization. No longer content to be peacefully at one with the moment and to surrender to the grand mystery, we've become fiercely ambitious and have shifted our focus on trying to construct strong, safe, competent and highly competitive identities. Capitalism is a direct result of all this, for better and for worse. But our egos tend to be bullies. They are supposed to protect us from all the other egos out there which are doing the same thing: creating a world filled with challenges, antagonists, obstacles we need to overcome so that "later" we can be happy. The only problem is, in reality there is no "later"—there is only now, and now, and now. Yes, we do get to enjoy brief highs of ego gratification, when we get luckier than others or do something better and are praised and rewarded. But these moments, as much as we fixate on them, are fleeting and do not lead to any lasting contentment. It's like living from the outside in, where you are forever dependent on an approving audience to feel like you are somebody. Others construct an ego out of their suffering or their role as a victim, the unfairness of the world, the wrong that was done to them. No matter if successful or suffering, the ego will always remain a mental figment and is the root cause for all the dysfunction in the world. The only real part of who we are is subjective awareness, the "I."  The "I" that is present and aware is our deepest link to life and universal consciousness.

Eckhart Tolle gave a good illustration of the "I" as different from the ego. Imagine you wake up with total amnesia, you don't even know your name, have no memories of your life or your role in society. What is left now, your conscious awareness of being in the world, your unprocessed sensory impressions, that is the "I." Everything else is pure abstraction. 

Sooner or later even the most successful egos among us are confronted with the Faustian dilemma and the seemingly impossible wish to fully grasp the present moment:

If to the moment I shall ever say:
 "Ah, linger on, thou art so fair!"
Put me in fetters on that day,
I wish to perish then, I swear!

I have more or less suspected all of this for a long time, ever since my eye-opening encounter with French existentialism in school and definitely later through Kafka, who seemed a kindred spirit and showed the absurdity of any search for "official" confirmation of your own existence. And Kafka, along with the existentialists, hinted at a partial solution, a sort of lesser evil: in view of the lack of any objective truth to sanction our identity, the only meaningful thing to do is to live an authentic life! It does seem to work, to a point. Following your inner compass is not the easiest way to go, it may lead you along several detours, you make mistakes, you have to do without the cozy respectability of a more conventional life, but it does give you an inner sense of self, it trains your instincts and your intuition, and it greatly develops your bullshit detector.

So that's it, I thought for about the last ten years, this is as good as it gets. Feeling like Faust in his study, weary of all knowledge, thinking there is nothing new under the sun. Yet thinking, feeling deep down inside that there must be something I am missing.

In comes……..(haha, couldn't resist)…..OSHO and Eckhart Tolle. And quantum physics and Einstein, again. And who do they have in tow? Socrates, Jesus, Plutarch, Mohammed, Meister Eckhart, Krishna, Buddha, and all the Yogis whose names I can't remember. I have known and studied some of them along the way, but what a surprise it was to me to learn that they all have the same message! Yes, Jesus and Buddha have the same message. All enlightened ones do. It's just that their disciples, their followers were not enlightened and turned the message of universal connectedness and a benign and accepting universe into divisive doctrines and hateful dogma, saying things like "our god is better than your god."

Okay so let's get down to it. What's the message? What could all of these sages possibly have in common?  Let's go back to Adam and Eve:
The message is to rediscover the "I" inside. To shift the focus back on consciousness and awareness. On being in the moment. To stop identifying with the ego, to not allow thoughts to take you hostage, create fear, worry, problems, enemies, the illusion of the future. Rediscovering the bliss of being alive. To surrender to the heartbreakingly beautiful mystery of it all, all around us. Be open to the beauty of it all rather than trying to dissect it intellectually. Be humble and take in the wondrous perfection of a tree, a flower, a blade of grass, light filtering through space. Ever-changing, alive, all part of the whole. A soup of quantum possibilities, manifested into ever-shifting form by consciousness. Feel the spaciousness inside your molecules that mirrors the spaciousness of the universe. Be the ocean, not the waves. Be the sky, not the clouds. Open yourself up and become a flute for the song of the universe.

How each to the Whole its selfhood gives,
One in another works and lives!

So that I may perceive whatever holds
The world together in its inmost folds

Or, how Osho described the choice of his name:

…like the rustle of wind in the forest, the rolling of waves along the beach, the sound of your own heart beat.

Here's what our beloved Guru had to say about this topic:

http://www.youtube.com/watch?v=Y8gtLtaNTwo

And here some impressions of the other great master:

www.eckharttolle.com